⏱️ Wie lange dauert die Tour wirklich? Gehzeit richtig einschätzen

Die gängige Gehzeitformel rechnet mit 300 Höhenmetern Aufstieg pro Stunde, 500 Höhenmetern Abstieg pro Stunde und 4 Kilometern in der Ebene. Man berechnet die Zeit für Höhenmeter und Strecke getrennt, nimmt den größeren Wert voll und den kleineren zur Hälfte dazu. Die Formel liefert reine Bewegungszeit ohne Pausen und gilt für geübte Erwachsene bei guten Verhältnissen — mit Kind, Hund, Schnee oder schwerem Rucksack ist der reale Wert deutlich höher.

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Jennifer auf der Bank am Gipfelkreuz, Blick ins bewaldete Tal — angekommen

„Drei Stunden“ steht in der Beschreibung, sechs sind es geworden. Kennst du? Das liegt fast nie an dir, sondern daran, was diese Zahl eigentlich bedeutet.

🧮 Die Formel

Die gängige Rechnung arbeitet mit drei Richtwerten für geübte Erwachsene bei guten Verhältnissen:

  • 300 Höhenmeter Aufstieg pro Stunde
  • 500 Höhenmeter Abstieg pro Stunde
  • 4 Kilometer horizontale Strecke pro Stunde

Und so setzt man sie zusammen:

  1. Höhenzeit ausrechnen: Aufstieg ÷ 300, plus Abstieg ÷ 500
  2. Streckenzeit ausrechnen: Kilometer ÷ 4
  3. Den größeren der beiden Werte ganz nehmen, den kleineren zur Hälfte dazu

Beispiel: 800 Höhenmeter Aufstieg, 800 Abstieg, 10 Kilometer.

  • Höhenzeit: 800 ÷ 300 = 2,7 h, plus 800 ÷ 500 = 1,6 h → 4,3 h
  • Streckenzeit: 10 ÷ 4 = 2,5 h
  • Größerer Wert ganz (4,3) + kleinerer halb (1,25) = rund 5,5 Stunden

⚠️ Was die Formel nicht enthält

Pausen. Das ist der große Punkt. Die Zahl ist reine Bewegungszeit. Jause, Fotos, Schuhe binden, Karte anschauen, Gipfelrast — bei einer Tagestour kommen locker ein bis zwei Stunden dazu.

Und ebenso wenig:

  • schwerer Rucksack
  • Schnee, Nässe, loser Schotter
  • Hitze über 28 Grad
  • Höhe über 2.000 Meter
  • Gruppengröße — eine Gruppe geht immer im Tempo der Langsamsten, plus Wartezeiten

👶 Mit Kind gilt sie gar nicht

Ganz ehrlich: Mit Kind kannst du die Formel wegwerfen. Realistisch sind 100 bis 200 Höhenmeter pro Stunde, und die Strecke bestimmt nicht die Kondition, sondern was am Weg zu entdecken ist.

Meine Rechnung mit Kind: das Doppelte von dem, was ich alleine bräuchte. Und selbst das ist knapp, wenn ein Bach am Weg liegt.

📖 Warum ich hier lieber meinen Wortlaut schreibe

Auf dieser Seite steht bei den meisten Touren keine glatte Zahl, sondern das, was ich mir tatsächlich notiert habe — etwa „gute 45 Minuten bis zum Gipfel, Abstieg 30 Minuten“.

Das ist Absicht. Bei der Migration von der alten Seite hätte ein Automatismus Auf- und Abstiegszeiten addiert und wäre bei einer kurzen Tour auf 15 Stunden gekommen. Eine ehrliche Formulierung ist mir lieber als eine gerundete Zahl, die falsch ist.

💡 Merke: Nimm jede Gehzeitangabe — meine eingeschlossen — als Anhaltspunkt, nicht als Versprechen. Wie schnell du gehst, weißt nur du.

🕐 Die Umkehrzeit ist wichtiger als die Gehzeit

Am Ende zählt eine einzige Zahl wirklich: Wann muss ich spätestens umdrehen?

Rechne rückwärts vom Sonnenuntergang, zieh eine Stunde Puffer ab, zieh die Abstiegszeit ab — und du hast eine Uhrzeit. Die schreibst du dir auf und hältst dich daran, auch wenn der Gipfel schon zu sehen ist.

Im Sommer kommt die Gewittergefahr dazu, im Winter die frühe Dämmerung. Beides macht die Umkehrzeit zur eigentlichen Planungsgröße.

🥾 Was du bei meinen Touren findest

Höhenmeter, Distanz und meine Gehzeit stehen in den Tourdaten rechts. Wo etwas fehlt, steht ausdrücklich „noch nicht erfasst“ — geraten wird hier nichts. Zur Übersicht geht es ins Tourenverzeichnis.

Häufige Fragen

Wie berechnet man die Gehzeit einer Wanderung?

Rechne getrennt: Höhenmeter Aufstieg geteilt durch 300 ergibt Stunden, Höhenmeter Abstieg geteilt durch 500, und die horizontale Strecke geteilt durch 4 km/h. Von den beiden Ergebnissen — Höhenzeit und Streckenzeit — nimmst du den größeren Wert ganz und den kleineren zur Hälfte dazu. Das Ergebnis ist reine Bewegungszeit ohne Pausen.

Wie viele Höhenmeter schafft man pro Stunde?

Als Richtwert gelten 300 Höhenmeter Aufstieg pro Stunde für geübte Erwachsene bei guten Verhältnissen. Geübte Bergsteiger schaffen 400 bis 500, Einsteiger eher 200 bis 250. Mit Kind sind 100 bis 200 Höhenmeter pro Stunde realistisch.

Warum brauche ich länger als in der Tourenbeschreibung angegeben?

Weil fast alle Angaben reine Bewegungszeit ohne Pausen sind. Jause, Fotos, Umziehen, Orientieren und die Gipfelrast kommen dazu — bei einer Tagestour sind das schnell ein bis zwei Stunden. Dazu kommen Schnee, Nässe, Hitze, schwerer Rucksack und die Gruppengröße, die alle bremsen.