🚨 Notfall am Berg – Alpinnotruf 140 richtig absetzen
In Österreich erreichst du die Bergrettung über den Alpinnotruf 140, den Euronotruf 112 auch ohne eigenes Netz. Beim Anruf nennst du zuerst den genauen Standort, dann was passiert ist, wie viele Personen betroffen sind und wie das Wetter vor Ort ist — und legst nicht auf, bevor die Leitstelle es sagt. Ohne Empfang gilt das alpine Notsignal: sechsmal pro Minute ein Zeichen, eine Minute Pause, wiederholen.
Von Jennifer Eiber

Ich hoffe, du brauchst diesen Beitrag nie. Aber die zwei Minuten Lesezeit sind gut investiert — im Ernstfall zählt, dass man nicht erst überlegen muss.
📞 Die Nummern
| Nummer | Wofür |
|---|---|
| 140 | Alpinnotruf — direkt zur Bergrettung |
| 112 | Euronotruf — funktioniert auch ohne eigenes Netz |
| 144 | Rettung (im Tal, bei Erreichbarkeit mit dem Fahrzeug) |
Warum 112 wichtig ist: Wenn dein Anbieter am Berg kein Netz hat, wählt sich das Handy bei 112 in jedes verfügbare Netz ein. Das ist oft der Unterschied zwischen „kein Empfang“ und einem Gespräch.
🗣️ Was du sagst — in dieser Reihenfolge
Die Leitstelle fragt strukturiert. Wenn du gleich mit dem Wichtigsten beginnst, geht es schneller:
- Wo bist du? So genau wie möglich: Berg, Route, letzte Markierung oder Wegnummer, auffällige Punkte in der Nähe. Wenn du eine Wander-App hast: die Koordinaten vorlesen.
- Was ist passiert? Sturz, Erschöpfung, Verirrt, Wetterumschwung.
- Wie viele Personen sind betroffen, welche Verletzungen?
- Wie ist das Wetter vor Ort? Sicht, Wind, Nebel — das entscheidet, ob der Hubschrauber fliegen kann.
- Wer bist du, unter welcher Nummer erreichbar?
Nicht auflegen, bevor die Leitstelle das Gespräch beendet. Und danach: Handy anlassen und erreichbar bleiben.
📍 Den Standort finden, bevor du ihn brauchst
Das ist der Punkt, den man vorher regeln sollte. Öffne einmal in Ruhe deine Karten-App und schau nach, wo dort die eigenen Koordinaten stehen. In Google Maps tippst du auf den blauen Punkt, in den meisten Wander-Apps gibt es einen Knopf „Standort teilen“.
Im Ernstfall bei Stress diese Funktion zu suchen, kostet Minuten.
💡 Merke: Screenshot vom Standort machen, sobald du merkst, dass etwas nicht stimmt. Auch wenn der Akku danach stirbt — die Koordinate hast du dann.
🔦 Ohne Empfang: das alpine Notsignal
Wenn gar nichts geht:
- Notruf: 6 Zeichen pro Minute (alle 10 Sekunden eines) — rufen, pfeifen, mit der Stirnlampe blinken, mit einem hellen Tuch winken. Dann eine Minute Pause, dann wiederholen.
- Antwort: 3 Zeichen pro Minute. Wenn du das siehst oder hörst, hat dich jemand bemerkt.
Eine Trillerpfeife ist dafür unschlagbar: leichter als jedes andere Ausrüstungsstück, hörbar über weite Distanz und funktioniert auch, wenn die Stimme weg ist. Sie hängt bei mir fest am Rucksack.
🎒 Was deshalb immer mitkommt
- Trillerpfeife und Stirnlampe (auch bei Tagestouren — die Dämmerung kommt schneller als gedacht)
- Powerbank. Das Handy ist Karte, Notruf und Licht in einem. Ein leerer Akku nimmt dir alles drei.
- Erste-Hilfe-Set mit Blasenpflaster, Dreieckstuch und einer Rettungsdecke
- Eine warme Schicht mehr, als du brauchst. Wer auf Hilfe wartet, bewegt sich nicht — und kühlt schnell aus.
🧭 Und vorher: sagen, wo du hingehst
Das Unspektakulärste ist das Wirksamste. Schreib jemandem eine Nachricht: welche Tour, welcher Ausgangspunkt, wann du zurück sein willst. Wenn du das nicht tust, weiß niemand, dass du fehlst.
Genau dafür gibt es übrigens auch die Wanderful-Gruppe auf Facebook — dort schreiben Leute regelmäßig, wo sie unterwegs sind.
Häufige Fragen
Welche Notrufnummer gilt beim Wandern in Österreich?
Der Alpinnotruf lautet 140 und erreicht direkt die Bergrettung. Der Euronotruf 112 funktioniert zusätzlich auch dann, wenn dein eigener Anbieter kein Netz hat — das Handy wählt sich dafür in jedes verfügbare Netz ein. Beide Nummern sind kostenlos.
Was muss ich beim Notruf am Berg sagen?
Zuerst deinen Standort, so genau wie möglich: Berg, Route, letzte Markierung, wenn vorhanden die Koordinaten aus der Wander-App. Danach was passiert ist, wie viele Personen betroffen sind, welche Verletzungen vorliegen und wie Wetter und Sicht vor Ort sind. Bleib in der Leitung, bis die Leitstelle das Gespräch beendet.
Was ist das alpine Notsignal?
Sechsmal pro Minute ein sichtbares oder hörbares Zeichen — rufen, pfeifen, mit der Lampe blinken — danach eine Minute Pause, dann wiederholen. Die Antwort lautet dreimal pro Minute. Das Signal ist die Rückfallebene, wenn kein Handyempfang vorhanden ist.